Karnischer Höhenweg

Karnischer

Höhenweg

Der Karnische Höhenweg folgt dem Kamm der karnischen Alpen über eine Distanz von gut 150km. Da wir nur eine Woche Zeit hatten (wir waren eh froh überhaupt einen Zeitraum gefunden zu haben, an dem alle Zeit hatten, und doch konnten nicht alle mitkommen.) beschlossen wir nur einen Abschnitt von ca. 50km zu wandern von Silian nach Kötschach-Mauten.

Rio hatte alles wundervoll Vorbereitet, Bettenlager reserviert, Gratiskarten geordert 😉 , eigentlich sollte nix schief gehen. Dies war der Plan:

1. Tag Anreise und Aufstieg zur Silianer Hütte (ca. 4 Std.)
2. Tag zur Oberstanserseehütte (ca. 6 Std.)
3. Tag zur Neuen Porzehütte (4 Std.)
4. Tag zum Hochweißsteinhaus (8 Std.)
5. Tag Pause oder Besteigung des Hochweißenstein “Monte Peralba” (ca. 3,5 Std.)
6. Tag zur Eduard-Pichl-Hütte (seit März 2002 Wolayerseehhütte) (6 Std.)
7. Tag Pause oder Besteigung der Hohen Warte (ca. 3,5 Std.)
8. Tag zum Plöckenpass, dort Übernachtung oder direkt zum Auto nach Kötschach.

Leider konnten wir nicht wie geplant Freitag Abend in München unser gemeinsames Schnitzel-Essen durchführen. Ehrlich gesagt, standen Ossi, Robbie und ich schon nach 5 Minuten auf dem Kölner Ring im Stau. Wir kämpften uns dann auf Nebenstraßen bis Siegburg und schafften so in einer halben Stunde 15 km. Dann war erst mal besseres Durchkommen.

Bei Frankfurt erwischte es uns richtig, die Radiosender weigerten sich genaue Angaben zu den vor uns liegenden Staus zu machen. Netterweise informierten uns Joa, Wickie und Rio, die schon in München waren, daß wir gerade ein wirklich großartiges Essen verpassten. Hungrig, wie wir waren suchten wir uns erst einmal einen Burger-Grill am Wegesrand und ließen es uns schmecken.

So gestärkt machten uns die nächsten 4 Stunden Schleichfahrt auch nichts mehr aus… gegen 1 kamen wir in München an und ließen uns bei einem guten Fiege (in München!) noch einmal erzählen, was wir alles verpasst hatten, wir trugen es mit Fassung und gingen bald schlafen, da wir früh los wollten, die Bayern hatten Ferienbeginn.

1.Tag:

Anreise und Aufstieg

Als wir auf der Autobahn waren wussten wir schnell, wie gut es war mit Wickie ein Frühaufsteher unter uns zu haben. Wir kamen so gerade eben am beginnenden Urlaubsstau vorbei und gönnten uns hinter Kitzbühl endlich ein Frühstück. Weiter ging es durch den Feldberg-Tauern-Tunnel. Am Bahnhof von Kötschach-Mauten stellten wir einen Wagen ab und luden uns und unser Gepäck in Wickies Auto. Die letzten 50km ging es zusammengepfercht über Serpentinen, die Straße war schrecklich eng und unübersichtlich, so dass wir für diese kurze Streck noch mal ne Stunde brauchten.

Nach einigem Suchen fanden wir auch den Einstieg zum Karnischen Höhenweg bei einem Hotel ein Stück außerhalb von Silian. Endlich ging es richtig los. Wir schnallten unser Gepäck auf entledigten uns von unnötigem Ballast und konnten so endlich los.

Die ersten Kilometer ließen sich ganz harmlos an, ein sanft ansteigender Schotterweg durch den Wald. Langsam führten uns die Serpentinen höher bis sich der Weg gabelte! Wir verließen den Serviceweg und wussten schon nach wenigen Schritten, dass JETZT die Wanderung richtig begonnen hatte.

Wir folgten den markierten Trittsteinen einen Bachlauf entlang, und kamen so schnell immer höher, bald machten wir eine erste Brotzeit.

Nach einer weiteren Stunde erreichten wir die Baumgrenze, nun ging es zuerst über eine steil ansteigende Wiese, die bald in ein Schotterfeld überging, endlich meinten wir das Ende unseres Aufstieges zu sehen, mussten oben angekommen, aber feststellen, dass es noch weiter ging. Wir wurden zwar jetzt schon mit einer grandiosen Aussicht belohnt, wollten aber doch mal ankommen. Es wurde empfindlich kühler und unsere Verschnaufpausen häuften sich. Nach noch einer Stunde hatten wir endlich den Kammweg erreicht und ein Hinweisschild teilte uns mit, dass es nur noch 25 Minuten zur Silianer Hütte seien. Froh, bald anzukommen, fiel uns auch der letzte sehr steile Anstieg zur Hütte nicht mehr ganz so schwer.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten genossen wir Bier und Wurst und Kren und Brot. Das Personal der Silianer Hütte war sehr freundlich, zeigte aber auch einen entwickelten Geschäftssinn als uns die Vorteile der Mitgliedschaft im Alpenverein vorgetragen wurden. Leider (und dies ist auch der einzige richtige Kritikpunkt) übernachteten wir nicht mit Beginn unserer Mitgliedschaft die erste Nacht umsonst, sondern uns wurde der normale halbe Preis berechnet. Das dieses Angebot bestand erfuhren wir auch erst in der nächsten Hütte. (inzwischen konnten wir dieses “Missverständnis” klären und uns wurde der zuviel gezahlte Betrag vom ÖAV erstattet).

2.Tag:

zur Oberstanserseehütte

Nach einem sehr leckeren Frühstück ging es weiter. Der fast stürmische Wind der Nacht hatte sich gelegt, der Weg vor uns war Wolkenfetzen umweht. Die meisten anderen Gruppen waren schon vor uns aufgebrochen.

Der Weg war gut markiert und verlief sanft auf und absteigend am Gipfelkamm entlang, wir gingen so zu sagen mit einem Fuß in Österreich mit dem anderen in Italien. Wir beschlossen eine erste Gipfelbesteigung anzugehen. Robbie und ich blieben bei den Rucksäcken zurück, genossen die Aussicht und beobachteten den Gipfelsturm der anderen.

Nach einer weiteren kurzen Rast kamen wir zu einem der Kriegsdenkmäler (die heutige Grenze zwischen Italien und Österreich war im 1. Weltkrieg ein heiß umkämpfter Kriegsschauplatz; auf dem Weg finden sich viele Gräber, Denkmäler und Unterstände).

Nun folgte der erste schwere Aufstieg des heutigen Tages, immer mit Blick auf den Talkessel mit dem kleinen See und den Soldatengräbern ging es steil hinauf, oben folgte ein sehr schmales Stück mit Trittblechen über Felseinschnitten, das bei einem Bunker in einen sanften Abstieg in das nächste Tal übergeht. Als Rio oben ein Foto machen wollte bemerkte er, dass er seine Kamera bei einem unserer vorherigen Pausen vergessen haben musste. Rio, Wickie und Ossi machten sich ohne Gepäck zur Suche auf.

Während wir ihren Abstieg verfolgten, beobachteten wir im Talkessel eine Person, die sich auffällig an einem Gebüsch zu schaffen machte und tatsächlich sahen wir, wie sie Gegenstände dort hervorholte. Da uns dies doch ein wenig seltsam vorkam überlegten wir schon die “Rettungsmannschaft” anzurufen. Die Jungs hatten diese Person aber auch bemerkt und gingen zielstrebig auf sie zu. Wie sich dann herausstellte hatte diese Person – wie auch immer – Rio’s Kamera gefunden und gab sie ihm wieder. Sie kamen dann schnell wieder zurück und wir machten uns weiter auf den Weg, es waren noch gut zwei Stunden zur Oberstanzerseehütte.

Der Rest der Strecke verlief dann auch ohne besondere Vorkommnisse. Wir nahmen noch einen Gipfel mit und erreichten den Abstieg zur Hütte. Ein Pfad, der sich langsam dem Grund des Talkessels näherte, wo die Hütte pittoresk am Ufer eines kleinen Sees liegt. Aus der Ferne sahen wir ein blaues Tretboot, das träge über den See fuhr. Leider konnten wir dieses Bild nicht lange genießen, da wir von den ersten Tropfen einer aufkommenden Regenfront zur Eile getrieben wurden.

Die Oberstanzerseehütte empfing uns warm und freundlich. Sie war die kleinste Hütte auf unserem Weg, aber dafür um so gemütlicher. Der Wirt und sein Personal kümmerten sich aufs Beste um uns.Das Preisniveau ist dort ein wenig höher, was aber daran liegt, dass diese Hütte nur von der Luft aus versorgt werden kann, es führt kein Wirtschaftsweg zu ihr.

Draußen ging der Schauer nieder, dessen erste Tropfen uns zur Eile angetrieben hatten. Am Nachbartisch war eine größere Gruppe Ösis, die offensichtlich viel Spaß hatten. Da wollten wir nicht nachstehen und suchten uns im gut sortierten Spielschrank die große Spielsammlung und ergötzten uns an Hardcore “Mensch Ärgere Dich Nicht” so verging die Zeit wie im Flug und wir fanden unseren gerechten Schlaf.

3. Tag:

zur Neuen Porzehütte

Filmoor-Standschützen-HütteDer Morgen empfing uns freundlich, doch der Hüttenwirt warnte uns, dass schlechteres Wetter vorhergesagt war. Wickie und ich nutzten die Gelegenheit für eine Besteigung der Pfannspitze, während die anderen den direkten Weg gehen wollten. Sie wollten an der Filmoor-Standschützen-Hütte auf uns warten.

Nachdem sich unsere Wege getrennt hatten legten wir unsere Rucksäcke unter einem Felsen ab, und bestiegen so leichtfüßig die Pfannspitze. Wir holten unterwegs eine Dreier-Gruppe ein, die mit Gepäck unterwegs waren. Am Gipfel angekommen genossen wir die herrliche Aussicht. Die drei Berlinerinnen kamen dann auch bald am Gipfel an, sie hatten auch vor zur neuen Porzehütte zu gehen. Da sie den Weg schon einmal gegangen waren wussten sie, dass es vom Gipfel der Pfannspitze einen direkten Weg über den Grat zur Filmoor-Standschützen-Hütte gibt.

Wir stiegen ab um unser Gepäck wieder aufzulesen und folgten dem Weg, den der Rest unserer Gruppe gegangen war. Von der Stelle, wo wir unsere Rücksäcke wiederfanden war es ein steiler Aufstieg über Geröll zu einem Sattel. Vor uns öffnete sich ein weites Tal, hinter uns sahen wir schwere Regenwolken näher kommen. Wir begannen den Abstieg, der sich fast eine Stunde hinzog. Begleitet vom pfeifen der Murmeltiere waren wir froh endlich unten angekommen zu sein.

Nach einer kurzen Rast ging es langsam aber stetig bergauf dem Ende des Tales entgegen, das wir nach einer weiteren Stunde erreichten. Es war immer kühler geworden, hatte aber noch nicht zu regnen begonnen. Wir konnten auch schon die kleine Hütte erkennen, wo unsere Freunde warteten, mussten aber noch einen Talkessel umrunden.

Die drei Berliner waren schon lange vor uns angekommen. Wir bestellten uns heißes Wasser und wärmten uns mit Tee und Brühe wieder auf. Da es weiterhin kühler wurde nutzten wir die Gelegenheit, wärmere Kleidung anzuziehen. Der Anderen hattet ja schon längere Zeit Pause gemacht und drängten zum weitergehen.

Von der Filmoor-Standschützen-Hütte führte der Weg hinab ins nächste Tal, weit vor uns konnten wir andere Wanderer erkennen. So ging es bis zum Talgrund und hinauf zum nächsten Sattel. Während des Aufstieges setzte der Regen ein, wir holten unsere Regenkleidung hervor und zogen weiter. Die Stimmung wurde immer schlechter. Wir wollten nur noch ankommen. Der Weg wurde mit dem stärker werdendem Regen immer beschwerlicher. Wir durchquerten ein weiteres Tal und kämpften uns durch den Regen.

Neue PorzehütteVöllig durchnässt erreichten wir endlich die Neue Porzehütte. Eine gut ausgestattete Hütte mit großem Trockenraum und heißen Duschen. Nachdem wir uns zum Trocknen aufgehängt und unsere Lager bezogen hatten, duschten wir alle erst einmal so lange es die Duschmarken zuließen.

Erfrischt und wieder halbwegs lebendig gingen wir in die Stube und schauten, was die Küche zu bieten hatte. Die Ösis vom Vortag waren auch da und wir kamen ins Gespräch. Sie waren schon zeitig aufgebrochen und waren so dem schlechten Wetter entgangen. Insgesamt wurde es ein sehr lustiger Abend, man ließ uns den mitgeführten Selbstgebrannten kosten, und weihte uns in die Geheimnisse der österreichischen Lebenskultur ein. Spät gingen wir zu Bett.

4. Tag:

nicht zum Hochweißsteinhaus

Das Wetter war nicht besser geworden. Die Wettervorhersage verhieß noch Schlimmeres, trotzdem machten sich alle Gruppen nach dem Frühstück auf den Weg. Heute sollte die längste Tagesetappe bewältigt werden, und das bei diesem Wetter? Der Weg würde die ganze Zeit über den Gipfelgrat führen, wir wären die ganze Zeit dem Regen ausgeliefert.

Direkt hinter der Hütte geht es steil bergan in den Hang hinein, der Regen machte den Boden matschig, der steil ansteigende Pfad verwandelte sich in einen Bachlauf. Die Gruppen vor uns waren als fahle bunte Flecken am Berg zu erkennen, denen wir träge folgten.

Nach einem Sattel machte der Weg steiler werdend eine Kehre zum Kamm hinauf, die Hütte war nun nicht mehr zu sehen. Die Schuhe waren total durchnässt, durch das Waten in dem nun mehr knöchel-tiefen Wasser, aber mehr noch durch den Regen, der von oben hinein lief. Erstes Donnergrollen wurde hörbar, aber noch war uns nicht zum Umkehren zumute. Erst als das Gewitter offensichtlich schon sehr nahe war, der Regen in Hagel überging, Blitze rings um uns einschlugen und der Donner mit dem Blitz erschall … (Uups! zuviel Emphase)

Tatsache ist, fast oben wurde es dreien von uns zu viel, das Gewitter war deutlich zu nah und es war tatsächlich Hagel, der uns in Gesicht schlug. Nach einem kurzen Disput machten drei von uns kehrt und stiegen so schnell es die Witterungsbedingungen zuließen wieder ab. Der Weg kam uns viel viel länger vor.

Wer noch ein halbwegs trockenes Kleidungsstück aus seinem Rucksack retten konnte zog diese an, wir hatten alles andere im Trockenraum verteilt. Bald hatten wir auch heißes Wasser und wärmten uns in der Stube auf. Und froh diesem Unwetter entkommen zu sein, schlossen wir Wetten ab, wie lange es dauern würde, bis der Rest wieder zu uns stoßen würde.

Es dauerte nicht mal eine halbe Stunde, da waren wir wieder alle zusammen, sie hatten schon nach wenigen Metern Schutz unter einem Felsvorsprung gesucht und nur auf eine Beruhigung gewartet, umkehren zu können.Im Laufe der weiteren Stunden trafen alle Gruppen, die vor uns gewesen waren, wieder in der Porzehütte ein. Alle erzählten ihre Abenteuer, mit “Erstürmung” und “Einnahme” einer italienischen Hütte etc. etc.

Nun hieß es, das Beste aus dem Tag zu machen und zu schauen, wie denn unsere geplante Route fortzusetzen sei. Die Ösis entschieden sich dafür mit dem Hüttentaxi noch heute zum Hochweißsteinhaus zu gelangen. Wir hatten ja eh einen Puffertag beim Hochweißsteinhaus geplant und wollten uns jetzt erst einmal etwas Gutes gönnen. Wir sammelten unsere Kleidung ein und machten uns auf den Weg ins Tal, um dort einen Gasthof mit Sauna zu finden…

5. Tag:

Hochweißstein und Monte Peralba

Nachdem wir es uns im Tal richtig gemütlich gemacht hatten, fuhren wir ein paar Kilometer weiter (Marco und Ulli hatten es sogar noch geschafft unseren Wagen aus Sillian abzuholen) und stiegen das Tal zum Hochweißsteinhaus hinauf. Das Wetter war wieder besser geworden und wir genossen die Postkartenidylle am Wegesrand.

Am frühen Nachmittag kamen wir und checkten ein. Dann machten wir uns ohne Gepäck auf, den Monte Peralba zu besteigen.

Wir mussten höllisch aufpassen, nicht in irgendwelche Kuhfladen zu treten. Ziemlich schnell erreichten wir einen Sattel, hinter dem sich ein weiteres Tal öffnete, an den Hängen der umliegenden Berge, konnten wir die Überreste von Stellungen aus Kriegszeiten erkennen. Nun begann der eigentliche Aufstieg. Der Pfad schlängelte sich über einen steilen Geröllhang, wo es oben in einen engen Felskamin überging.

Nach einer Zwangspause wegen Gegenverkehr, ging es weiter und wir mussten feststellen, dass die Wege auf italienischer Seite nicht immer ganz so gut markiert sind, wie wir es von bisherigen Gipfelbesteigungen gewöhnt waren. Ein, zwei Mal gerieten wir vom Weg ab und mussten mit waghalsigen Manövern weiter klettern. Aber irgendwie ging es doch weiter, doch war die Zeit dann so schnell vergangen, dass wir nur bis zum niedrigeren der beiden Gipfel kamen. Mit aufkommender Dämmerung, kamen wir wieder zur Hütte und genossen dort das Farbspiel der untergehenden Sonne, auf den umliegenden Gipfeln.

An dieser Stelle sollte gesagt werden, dass das Hochweißsteinhaus, mit seiner Lage in einem Talkessel, dem netten Personal und der leckeren Küche der Höhepunkt unserer Wanderung war und wir gerne noch mal dort einkehren werden. Fragt die Wirtin, sie wird sich bestimmt an uns erinnern. Bestimmt!

Es war ein unvergesslicher Abend, und wir hatten viel Spaß.

So viel Spaß, dass es am nächsten Morgen ein bisschen zäher los ging als sonst, inklusive Warten auf Nachzügler und sonstige vergessliche oder desorientiert Personen.

6. Tag:

zur Eduard Pichelhütte

(Wolayerseehhütte)

Wir hatten nun einen fünfstündigen Weg vor uns, der, nachdem wir zum Rand des Talkessels aufgestiegen waren, ein bewirtschaftetes Tal hinabführte. Der Weg wand sich sanft hinab und traf bald auf einen klaren Bach, den er ein gutes Stück begleitete. Um uns herum zogen zwar schon wieder dunkle Wolken auf, aber davon ließen wir uns nicht beeindrucken.

Am Ende des Tales ging es durch einen dunklen Nadelwald hoch zu einem Grat. Hier wurden wir von einem Rudel Waldjoggern überholt.

Es folgten noch drei oder vier weitere Täler, mal durch einen Bachlauf, mal am Hang über kleinen Seen, bis wir zum Aufstieg zur Eduard Pichlhütte kamen. Es hatte wieder aufgehört zu regnen und wir nutzten die Gelegenheit an einer Alm eine Rast einzulegen. Wir mussten noch einiges an Höhe gewinnen. Der Weg war ziemlich belebt, da die Eduard Pichlhütte wohl ein beliebtes Ziel für Tageausflüge ist. Leider machte sich dies dann auch für uns bemerkbar. Die Hütte ist professionell geführt, aber vielleicht mit ein bisschen zu viel Ehrgeiz.

Man kann sich bestimmt darüber streiten, ob eine Sängerin, die gegen Geld Volksweisen vorträgt oder Jodelt, und der lispelnde Koch, der das Santa Lucia singt, was wohl schon Kult sein soll, so einen Hüttenabend bereichern oder einfach nur nerven, aber wenn beim Bestellen, so nach dem Salat nachgefragt wird – ob mit oder ohne -, als ob er zum Gericht dazu gehört, und dann doch extra berechnet wird, ist das meiner Meinung nach bedenklich.

Trotzdem konnten wir dem Abend was abgewinnen und nach einer ruhigen Nacht, ging es durch den Nebel auf die letzte Etappe.

7. Tag:

Abstieg

Wir wurden noch einmal richtig nass, erst vom Nebel, dann vom aufkommenden Regen. Eine Gämse trat über uns ein paar Steine los und löste eine kleine Gerölllawine aus, aber das ist auch schon das einzig bemerkenswerte. Erwähnte ich schon, dass es nass war?

Im Gasthof, konnten wir uns dann am Ofen wärmen und unsere Sachen zum trocknen aufhängen, wir lasen Zeitungen, schauten Fern und ruhten uns einfach nur aus. Später tauchten auch wieder die Ösis, und der Bergführer aus dem Hochweißsteinhaus auf, der sogar so nett war zwei von uns zu unseren Autos zu fahren, so dass wir am nächsten Tag direkt zurück fahren konnten. So ging auch dieser Tag und damit die Wanderung zu ende.

Zur Zeit planen wir die Wanderung für 2003 es geht den Lasörling Höhenweg, freut euch schon mal auf den Tourbericht.